Gesund grillen: Tipps für leichten Genuss und weniger Schadstoffe
Saftiges Hähnchen, bunte Gemüsespieße, gegrillter Lachs mit Zitrone und dazu ein frischer Salat: Gesund grillen bedeutet nicht, auf Genuss zu verzichten. Mit der richtigen Auswahl an Grillgut, ein paar Kniffen am Rost und leichten Beilagen wird der Grillabend zum ausgewogenen Essen.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Schadstoffe beim Grillen entstehen können und wie du sie vermeidest, welches Fleisch und welche Alternativen sich eignen und wie du Beilagen, Saucen und Dips leichter gestaltest. Der Beitrag richtet sich an alle, die gerne grillen und dabei bewusst auf ihre Gesundheit achten möchten. Dazu bekommst du Antworten auf häufige Fragen, etwa was beim Grillen am wenigsten Kalorien hat.
Wie gesund ist Grillen?
Grillen kann eine sehr gesunde Zubereitungsart sein. Mageres Fleisch, Fisch und Gemüse garen schnell, behalten viele Nährstoffe und brauchen kaum zusätzliches Fett. Ungesund wird es vor allem durch drei Dinge: zu viel fettes oder gepökeltes Fleisch, verkohltes Grillgut und schwere Beilagen mit viel Mayonnaise und Zucker. Wer diese Punkte im Blick hat, grillt deutlich gesünder.
Schadstoffe beim Grillen und wie du sie vermeidest
Beim Grillen können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Die gute Nachricht: Mit einfachen Maßnahmen lässt sich ihre Bildung stark verringern.
Herabtropfendes Fett vermeiden
Der größte Faktor beim Holzkohlegrill ist herabtropfendes Fett. Verbrennt es in der Glut, entsteht bläulicher Rauch mit PAK, zu denen auch Benzo(a)pyren gehört. Dieser Rauch zieht ins Grillgut. So reduzierst du das Risiko:
- Mageres Grillgut wählen: Weniger Fett bedeutet weniger Tropfen in der Glut.
- Marinade abtupfen: Ölige Marinaden vor dem Auflegen leicht abtupfen.
- Indirekt grillen: Grillgut nicht direkt über die Glut legen, sondern daneben. Auf dem Holzkohlegrill schiebst du die Kohle dafür auf eine Seite.
- Grillschale als Unterlage: Bei fettigem Grillgut fängt eine Schale das Fett auf.
Nichts verkohlen lassen
Schwarze, verkohlte Stellen enthalten besonders viele Schadstoffe. Grille deshalb nicht bei maximaler Hitze, wende das Grillgut rechtzeitig und schneide angebrannte Stellen großzügig ab. Ein Fleischthermometer hilft, den Garpunkt zu treffen, statt aus Unsicherheit zu lange zu grillen. Marinaden mit Kräutern, Knoblauch und etwas Säure können die Bildung von HAA zusätzlich verringern.
Gepökeltes gehört nicht auf den Grill
Gepökelte Produkte wie Kassler, Speck, Wiener Würstchen, Fleischwurst oder Leberkäse enthalten Nitritpökelsalz. Bei starker Hitze können daraus krebserregende Nitrosamine entstehen. Diese Lebensmittel solltest du daher nicht über die heiße Glut legen. Wenn du Bacon zum Frühstück zubereitest, brate ihn auf der Grillplatte bei mittlerer Hitze von etwa 180 °C und lass ihn nicht schwarz werden. Frische Bratwurst ist in der Regel nicht gepökelt und darf auf den Rost.
Gesund grillen mit dem richtigen Grillgut
Fleisch liefert Eiweiß, B-Vitamine, Eisen und Zink. Für gesundes Grillen kommt es auf die Auswahl und die Menge an. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, insgesamt nicht mehr als etwa 300 g Fleisch und Wurst pro Woche zu essen.
Fisch ist eine besonders gute Wahl. Ganze Fische wie Forelle oder Dorade füllst du einfach mit Kräutern und Zitrone und grillst sie in einem Fischhalter. Für vegetarische Abwechslung sorgen Gemüsespieße, gefüllte Paprika, Halloumi oder marinierter Tofu. Welche Lebensmittel besonders viel Eiweiß liefern und wie du mageres Fleisch saftig grillst, zeigen wir dir ausführlich in unserem Beitrag zum High Protein Grillen.
Gemüse grillen: Jetzt wird's bunt
Gemüse gehört zu jedem gesunden Grillabend. Zucchini, Paprika, Spargel, Auberginen, Pilze und Maiskolben bekommen auf dem Grill feine Röstaromen und liefern Ballaststoffe und Vitamine bei wenig Kalorien. Ob als Beilage, auf dem Spieß oder als vegetarischer Hauptgang: Plane ruhig die Hälfte des Tellers für Gemüse und Salat ein. Gesunde Grillrezepte findest du in unseren vegetarischen Grillrezepten und unseren Grillrezepten. Wie Gemüse auf dem Spieß gleichmäßig gart, erklären wir dir in unserem Beitrag zum Gemüsespieße grillen.
Für kleines oder weiches Gemüse eignet sich eine Grillschale. Dabei solltest du wissen: Aus Aluminium können sich bei sauren oder salzigen Zutaten Bestandteile lösen und in die Lebensmittel übergehen. Würze in der Aluschale deshalb erst nach dem Grillen mit Salz und Zitrone oder nutze eine Grillschale aus Edelstahl. Sie ist säurefest, wiederverwendbar und spülmaschinengeeignet. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zum Gemüse grillen in der Aluschale.
Leichte Beilagen, Saucen und Dips
Die Kalorien stecken beim Grillen oft nicht im Fleisch, sondern in den Beilagen. Mit ein paar Änderungen wird es deutlich leichter:
- Kartoffelsalat mit Essig und Öl statt mit Mayonnaise
- Gemüsesalate statt Nudelsalat mit Mayonnaise: etwa Bohnen-Tomaten-Salat, Melonen-Feta-Salat oder Rucola mit gegrilltem Gemüse
- Leichte Dips statt Aioli und Remoulade: etwa Tzatziki, Kräuterquark oder Avocado Dip
- Selbst gemachte Saucen statt Fertigsaucen: Ketchup und Grillsaucen aus dem Handel enthalten oft viel Zucker, eine selbst gemachte Salsa oder Joghurtsauce ist leichter.
- Vollkornbrot statt Kräuterbutter-Baguette
Rezepte für leichte Dips wie Kräuterquark, Curry-Dip mit Mango oder frische Tomatensalsa findest du in unseren Dip Rezepten.
Zum Dessert bietet sich gegrilltes Obst an: Ananas, Pfirsiche oder Bananen karamellisieren auf dem Grill und brauchen kaum zusätzlichen Zucker.
Gesund grillen mit Holzkohle, Gas oder Elektro
Auf dem Holzkohlegrill tropft Fett direkt in die Glut. Auf dem Gasgrill und dem Elektrogrill fällt es auf Brennerabdeckungen oder Heizelemente. Dort entsteht deutlich weniger Rauch, weshalb Gas- und Elektrogrills als die gesündere Variante gelten. Wer nicht auf das Raucharoma verzichten möchte, kann auf dem Gasgrill mit Räucherchips arbeiten.
Aber auch mit Holzkohle grillst du gesund, wenn du die Tipps oben beachtest: mageres Grillgut, Fett abtupfen, indirekt grillen und nichts verkohlen lassen. Achte außerdem auf gute Grillkohle und verwende keine flüssigen Grillanzünder, Papier oder Spiritus. Einweggrills sind wegen der schwer kontrollierbaren Hitze und aus Umweltgründen keine gute Wahl.
Ein leicht zu reinigender Grill aus Edelstahl hat einen weiteren Vorteil: Ruß, Fett und Rauchrückstände lassen sich gründlich entfernen und landen nicht beim nächsten Mal auf dem Grillgut.
Hygiene nicht vergessen
Wer gesund grillen möchte, braucht auch einen sicheren Umgang mit Lebensmitteln. Halte die Kühlkette ein, trenne rohes Fleisch von Salaten und gare Geflügel und Hackfleisch vollständig durch. Alle Details findest du in unserem Beitrag zur Hygiene beim Grillen.
Häufige Fragen zum gesunden Grillen
Was hat beim Grillen am wenigsten Kalorien?
Gemüse, Pilze, Garnelen, Fisch wie Forelle sowie Hähnchen- und Putenbrust. Gegrilltes Gemüse liegt meist bei 20 bis 40 kcal pro 100 g, mageres Geflügel bei etwa 110 kcal. Deutlich mehr Kalorien haben Bratwurst, Schweinenacken und Beilagen mit Mayonnaise.
Was kann man grillen, wenn man abnehmen will?
Mageres Fleisch, Fisch und viel Gemüse mit Marinaden auf Kräuter- oder Joghurtbasis. Eiweißreiche Mahlzeiten sättigen lange. Dazu passen Salate mit Essig und Öl und Dips auf Quarkbasis. Fünf eiweißreiche Rezepte vom Hähnchenspieß bis zum Putenburger findest du in unserem Beitrag zum High Protein Grillen.
Wie kann ich magenschonend grillen?
Wähle mageres Fleisch oder Fisch, würze mild und verzichte auf sehr scharfe Marinaden. Iss nichts Verkohltes und setze bei den Beilagen auf leichte Salate statt fettiger Saucen.
Ist Grillen mit Holzkohle ungesund?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist, dass kein Fett in die Glut tropft und nichts verkohlt. Mit indirekter Hitze, Grillschalen und magerem Grillgut grillst du auch mit Holzkohle gesund.